Golfen auf Probe

Der Schnupperkurs

Golfanlagen und Artenvielfalt – für viele klingt das erst mal nach einem Widerspruch. Das bundesweite Forschungsprojekt „GolfBiodivers“ zeigt aber: Golfplätze können wertvolle Lebensräume für Insekten sein.

Das Projekt in Kürze

„GolfBiodivers“ läuft seit zwei Jahren und wird mit rund 2,5 Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert – finanziert vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Fünf Partner sind beteiligt: die TU München, die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Christian-Albrechts-Universität Kiel, die Universität Münster und der Deutsche Golf Verband. Damit ist es aktuell das größte Projekt seiner Art in Europa.

48 Arten auf dem Radar

Ein Teilprojekt widmet sich gezielt den Tagfaltern. Koordiniert von Doktorandin Pia Tappe (Uni Kiel), liefen Forschende 2023 und 2024 auf 16 Flächen je Golfanlage feste 50-Meter-Transekte ab – bei möglichst sonnigem, trockenem und windstillem Wetter. Mit Kescher und Bestimmungsglas wurden die Falter erfasst, bestimmt und wieder freigelassen.

Insgesamt konnten so 48 verschiedene Tagfalterarten nachgewiesen werden – darunter der Kaisermantel, eine in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste stehende Art. Besonders spannend fand die Forscherin auch den Distelfalter: Er überwintert nicht in Deutschland, sondern zieht im Herbst bis nach Südeuropa oder Afrika.

Was das für uns bedeutet

Die Ergebnisse zeigen: Blütenreiche, naturnah gepflegte Flächen auf Golfanlagen können einen echten Beitrag zur Biodiversität leisten. Ein schönes Signal für unsere Branche – und ein Ansporn, dieses Potenzial weiter zu nutzen.